21[2]
Die Choephoren.
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Betrachtungen über den künstlerischen Stil des Aischylos. |
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Falsche Begeisterungen und die Schwierigkeit des wirklichen Eindrucks. |
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1. |
Das Plastische. Aus der Entfernung der Zuschauer abzuleiten: die geringe Bewegung. Das Perspektivische. Masken. Strenge hieratische Symmetrie. Scenerie. Die Stichometrie. Stil des Phidias vorgeahnt. Woher die Langlebigkeit der Plastik? |
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2. |
Das Musikalische. Die Sprachmusik. Alles ist Musik, es giebt nicht gesprochene, und gesprochene Partien, alles gesungen. Auch die Orchestik hört nie auf. |
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3. |
Das Mythische. Vergleich mit Sophokles. Zertheilung des Mythus. Symmetrie, mit Contrasten. Das Unheimliche, mit Benutzung der Nachmittagsschatten. Strenge des Mythus im Einklang mit Plastik und Musik. |
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4. |
Die Sprachkunst. Die Dialekte. Der „hohe“ Stil. Die Syntax entsprechend dem ἧϑος der Scene. 954. Ich — — — |
21[6]
Die Philosophie des tragischen Zeitalters.
Die Griechen haben damals philosophirt! Wunderbar!
Wie können wir uns in jenes Zeitalter hineinleben? in die erstaunlichsten Fernblicke? Daß wir sie wirklich lebendig nachempfinden, ist Bildung.
Die „Systeme“ fressen sich auf: eins aber bleibt.
Jeder dieser Philosophen sah einmal die Welt entstehen!
Ich will Historienmalerei, nicht Antiquitäten.
21[9]
Alles wird aus einem.
Das Vergehen ist eine Strafe.
Vergehen und Entstehen ist gesetzmäßig.
Vergehen und Entstehen ist Täuschung: das Eine ist.
Alle Qualitäten sind ewig. Es giebt kein Werden.
Alle Qualitäten sind Quantitäten.
Alle Wirkungen magische.
Alle Wirkungen mechanische.
Die Begriffe sind fest, sonst nichts.
21[13]
Der Glaube beruht auf einer Menge von Analogieschlüssen: nicht getäuscht zu werden!
Wo der Mensch zu erkennen aufhört, fängt er zu glauben an. Er wirft sein moralisches Zutrauen auf diesen Punkt und hofft nun mit gleichem Maße bezahlt zu werden: der Hund blickt uns mit zutraulichen Augen an und will daß wir ihm trauen.
Das Erkennen hat für das Wohl des Menschen nicht so viel Bedeutung wie das Glauben. Selbst bei dem Finder einer Wahrheit z.B. einer mathematischen ist die Freude das Produkt seines unbedingten Vertrauens, er kann darauf bauen. Wenn man den Glauben hat, so kann man die Wahrheit entbehren.
21[14]
Was ist es, was die mächtigen Triebe in die Bahn der Wohlfahrt bringt? Im Allgemeinen die Liebe. Die Liebe zur Heimatstadt umschließt und bändigt den agonalen Trieb.
Die Liebe zum Nächsten überwindet ihn zum Zweck der Erziehung. Im Dienste der Liebe steht die Schönheit: die sich steigernde Verklärung, wie sie Plato schildert.
Das Weiterzeugen im Schönen echt hellenisch.
Das Wachsen des Eros zu schildern — Ehe Familie Staat.
21[15]
Empedocles. Liebe und Haß in Griechenland.
Heraclit. Cosmodicee der Kunst.
Democrit und Pythagoreer. Naturwissenschaft und Metaphysik.
Socrates und Plato. Wissen und Instinkt.
Anaxagoras. Die Aufklärung und die Begeisterung.
Eleaten: Logik als Maaß der Dinge — Entwicklung des Seienden logisch streng gegeben über die Atomistik hinaus.
Pythagoras. Der Wille in seinen asketischen Absichten. Der Wille tödtend (in der Natur im Wettkampfe des Schwächeren und des Stärkeren).
21[16]
Die Philosophen des tragischen Zeitalters
enthüllen, wie die Tragödie,
die Welt.
Einheit des Willens.
Der Intellekt nur ein Mittel zu höheren Befriedigungen. Die Verneinung des Willens oft nur Wiederherstellung von mächtigen Volkseinheiten.
Kunst im Dienste des Willens: Heraclit.
Liebe und Haß in Griechenland: Empedocles.
Grenzen der Logik: sie im Dienste des Willens: Eleaten.
Das Asketische und Tödtende im Dienste des Willens: Pythagoras
Reich der Erkenntniß: Zahl: Atomistik und Pythagoreer.
Aufklärung, Kampf gegen Instinkt: Anaxagoras Socrates Plato.
Der Wille zu charakterisiren: seine Methode zum Vernünftigen zu kommen. Wesen der Materie absolute Logik. Zeit Raum und Causalität als Wirkungsvoraussetzung.
Es bleiben Kräfte übrig: in jedem kleinsten Augenblick andre Kräfte: im unendlich-kleinsten Zeitraum immer eine neue Kraft d.h. die Kräfte sind gar nicht wirklich.
Es giebt keine eigentliche Wirkung von Kraft auf Kraft: sondern in Wahrheit existirt nur ein Schein, ein Bild. Die ganze Materie ist nur die Außenseite: in Wahrheit lebt und wirkt etwas ganz Anderes. Unsre Sinne aber sind das Produkt der Materie und der Dinge, ebenso unser Geist. Ich meine: man muß von den Naturwissenschaften aus zu einem Ding an sich kommen.
Der übrigbleibende Wille — wenn man den erkennenden Intellekt wegrechnet.
21[17]
Es ist möglich, die Empfindung materiell zusammenzusetzen: wenn man nur den organischen Stoff erst materiell erklärt hat.
Es ist eine grenzenlos zusammengesetzte Geschichte, die einfachste Empfindung: kein Urphänomen. Da ist Gehirnthätigkeit Gedächtniß usw. nöthig, nebst Reflexbewegungen aller Art.
Wenn man im Stande wäre ein empfindendes Wesen aus Materie aufzubauen — wäre dann nicht die eine Hälfte der Natur enthüllt?
Der Erkenntnißapparat unendlich complicirt ist Voraussetzung der Empfindung: die Erkenntniß ist zur Annahme jeder Materie nöthig. Aber der Glaube an die sichtbare Materie ist eine reine Sinnentäuschung.
21[19]
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Einleitung. |
Unsterblichkeit der großen Momente. Die Griechen der tragischen Zeit als Philosophen! Wie haben sie das Dasein empfunden? Hier steckt ihr ewiger Gehalt. Im Übrigen fressen sich alle Systeme auf. Historienmalerei. Wir finden in einer Metastase die epischen lyrischen Elemente wieder, alle Requisiten der Tragödie. Wie lebt man ohne Religion, mit Philosophie? Aber freilich in einem tragisch-künstlerischen Zeitalter. |
| Thales. Gegensatz der Vorsokratiker gegen die Sokratiker. Ihre Stellung zum Leben ist naiv. Die sieben Weisen als Repräsentanten der ethischen Haupttugenden. Freiheit vom Mythus. Der Grieche des tragischen Zeitalters denkt eben sich selbst und legt Zeugniß ab. Wie wichtig! Denn bei der Beurtheilung griechischer Tragödien müssen wir immer den Griechen suppliren. |
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21[21]
Der Allkünstler und der Allmensch.
Die Menschen des tragischen Zeitalters.
Aeschylus als Gesammtkünstler: sein Zuhörer in seiner Werkstatt geschildert.
Wir wollen den Griechen kennenlernen, den Aeschylus als seinen Zuhörer kannte. Diesmal benutzen wir seinen Philosophen, der in jener Zeit dachte.
21[22]
An Thales die Freiheit vom Mythus zu entwickeln.
An Anaximander das Tragische der Wiedervergeltung.
An Heraklit Wettkampf. Spiel.
An Parmenides die Kühnheit der Nothwendigkeit und Logik.
An Anaxagoras — Nicht Geist — Materie.
An Empedokles Liebe und Kuß der ganzen Welt.
An Demokrit das Zuhören der Griechen zum Ausland (und das Wiederholen des Guten).
An Pythagoras Seelenwanderung Rhythmus.
21[25]
Betrachtungen über das Bayreuther Weihefest im Mai 1872.
Stimmung: heiter und heroisch.
Wir sind die Glücklichen und haben ein Fundament, wir verstehen die gute Musik und unsre großen Dichter besser.
Alpenthäler mit Kröpfen — es sind Kranke.
Hoffnung auf Plastik.
Das Heroische bei W<agner>.
Die Reichsboten-Bildung.
Der falsche „deutsche Geist“.
Überall tiefe Probleme, wo Befremden zuerst.
Das Mythische.
Die Dichtung
sprachlich
scenisch.
Die Sprach-Musik.
Gesund und „ungesund“.